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Mehr als ein Silberschatz

Stollen1

Der „Oberrieder Stollen“ in der Nähe von Freiburg ist der „zentrale Bergungsort“ der Bundesrepublik Deutschland zur Lagerung von fotografisch archivierten Dokumenten mit hoher national- oder kulturhistorischer Bedeutung.

In dem Stollen des ehemaligen Silberbergwerks im „Schauinsland“ bei Freiburg hütet das heutige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) seit mehr als 30 Jahren auf Mikrofilmen gebannte Kopien wertvoller Handschriften, historischer Urkunden und Verträge. Die Aufgaben der „Hausverwaltung“ und Bewirtschaftung erfüllt – in Amtshilfe für das BBK und mit Haushaltsmitteln des BMI – die BImA (Hauptstelle VA Freiburg).


Als einziges Objekt in Deutschland unterliegt dieser Stollen dem Sonderschutz nach den Regeln der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. Dafür steht am Eingang das dreifach angeordnete blauweiße Kulturgutschutzzeichen.

In den mehr als 1.400 luftdicht verschlossenen Edelstahlbehältern werden jeweils 16 Rollen mit etlichen Kilometern Filmmaterial aufbewahrt.

Zu finden sind hier beispielsweise

• die Krönungsurkunde Ottos des Großen von 936

• die Goldene Bulle von 1356,

• die Bann-Androhungsbulle von Papst Leo X. gegen Martin Luther vom 15. Juni 1520,

• der Vertragstext des Westfälischen Friedens nach dem Dreißigjährigen Krieg vom 24. Oktober 1648,

• die Baupläne des Kölner Doms.

Selbst die Mikrofilm-Archive der ehemaligen DDR lagern inzwischen in diesem Stollen.
Unter den hier herrschenden klimatischen Bedingungen von etwa 10 bis 12 Grad Celsius und 75% relativer Luftfeuchte wird von einer Haltbarkeit des Filmmaterials von mindestens 500 Jahren ausgegangen.
Zwei sich gegenseitig überwachende Alarmanlagen, ein Videokamerasystem mit Infrarotscheinwerfern sowie verschiedene Personal-Zugangskontrollen sichern den Stollen vor unbefugtem Zutritt.