Das Unmögliche möglich gemacht

Fertigstellung der Autobahn 49

Bonn/Oberaula, 21. Mai 2019. Vor 50 Jahren begann die Planung für den Bau der Bundesautobahn 49 (A 49). Die rund 70 Kilometer lange Autobahnspange in Nordhessen soll die Städte Kassel und Gießen auf dem kürzesten Weg miteinander verbinden. Das letzte 33 Kilometer lange Teilstück soll nun bis 2025 fertiggestellt werden – ein ambitioniertes Projekt, bei dem die BImA eine wichtige Aufgabe übernimmt. Denn bevor die Bauarbeiten beginnen, muss zunächst in nur 18 Wochen die geplante Autobahntrasse gerodet werden.

Im Bundesforstbetrieb Schwarzenborn laufen die Planungen für die Rodung der Autobahntrasse bereits auf Hochtouren: Vor Ort begutachten Dominique Meyer (von links), Försterin Katharina Kruhm und Julia Möhring mit Christoph Goebel den geplanten Verlauf der neuen Anschlussstelle (Foto: BImA).

Knapp 20 Jahre dauerte es, bis auf den ersten 25 Kilometern der A 49 Autos fahren konnten. Um den Bau des letzten Teilstücks der Autobahn nun zeitnah umzusetzen, wechselte die Projektleitung von der hessischen Landesstraßenbauverwaltung zur Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES). Die Bauarbeiten sollen im April 2020 beginnen. Zuvor muss diesen Winter allerdings die geplante Trasse von Bewuchs befreit werden. Diese Aufgabe übernehmen in der Regel die Eigentümerinnen und Eigentümer der Waldflächen: in diesem Fall die hessische Forstverwaltung, einige Privatwaldbesitzer und die BImA. Doch die hessische Forstverwaltung sagte ihre Unterstützung bei den Rodungsarbeiten und den erforderlichen naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen kurzfristig ab – wegen personellen Engpässen.

Letzte Rettung: BImA?

Der Projektverantwortliche der DEGES musste also umdisponieren und wandte sich im vergangenen Jahr an den Bundesforstbetrieb Schwarzenborn, der die DEGES bereits beim Neubauprojekt A 44 (Kassel bis Eisennach) unterstützt. Es geht um Leistungen im Wert von mehr als 25 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren. „Dieser Auftrag ist eines der dicksten Bretter, die wir je gebohrt haben. Wir sollen aus dem Stand die Aufgabe von drei hessischen Forstämtern übernehmen“, sagte damals Christoph Goebel, Leiter des Bundesforstbetriebes Schwarzenborn.

Dafür waren schnellstmöglich zusätzliches Personal und Arbeitsmittel nötig. „Nur wenn uns viele Kolleginnen und Kollegen der BImA unterstützen, können wir gemeinsam das Unmögliche möglich machen“, betonte Christoph Goebel, als er das Vorhaben Ende vergangenen Jahres in der Bonner Zentrale vorstellte.

In fünf Jahren soll die neue Verbindung zwischen Kassel und Gießen fertigstellt sein und das bestehende Autobahnnetz entlasten (Foto: BImA).

Es gibt sie: die Schnellboote bei der BImA

Der Aufruf erzielte Wirkung. Die Beschäftigten des Bundesforstes in der Zentrale unterstützten den Betrieb fachlich und banden die Stabsbereiche Recht und Einkauf sowie die Sparten OP, FM und IT bei der Projektvorbereitung mit ein. So konnten in nur wenigen Wochen zwei zusätzliche Försterinnen eingestellt werden. Der Bundesforst startete das Projekt Anfang des Jahres und nahm den Auftrag der DEGES an.

 „Es ist ein gutes Gefühl, in so kurzer Zeit so viel Unterstützung von unterschiedlichen Sparten und Stäben zu erhalten“, freut sich Dominique Meyer, Servicebereichsleiter und Koordinator des Projektes. „Wir haben ein Team aus erfahrenen sowie jungen Kolleginnen und Kollegen zusammengestellt. Sie bringen das nötige Know-how, Engagement und gute Kontakte zur hessischen Forstverwaltung mit“, merkt Christoph Goebel an.

Bewährungsprobe startet im Herbst

Die härteste Bewährungsprobe beginnt in diesem Herbst. „Wir haben für die Trassenrodung nur von Oktober bis Mitte Februar Zeit, also 18 Wochen“, erläutert Julia Möhring, eine der beiden neuen Försterinnen im Projektteam. Dieses Zeitfenster könnte sich wegen des Naturschutzes noch weiter verkürzen. Nämlich dann, wenn der Frost nicht früh genug einsetzt und die Haselmaus noch nicht ihr Winterquartier bezogen hat.

Im Februar, wenn die Trasse fertig geräumt ist, soll es eine kleine Feier geben. Aber es bleibt weiterhin viel zu tun. Denn in den anschließenden Monaten müssen auf über 200 Hektar Ausgleichsmaßnahmen organisiert und umgesetzt werden. Erst 2024 endet der Auftrag.