5. Kampfmittelfachtagung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Berlin
Das Bekämpfen von Waldbränden auf kampfmittelbelasteten Flächen stand im Fokus

Das künftige BImA-Vorstandsmitglied Dorothee Martin (v.l.), der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Dennis Rohde, und BImA-Vorstandsmitglied Paul Fietz.
Bonn/Berlin, 14. April 2026. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als zentrales Immobilienunternehmen des Bundes und größte Eigentümerin von ehemals und aktiv militärisch genutzten Liegenschaften in Deutschland veranstaltete jetzt bereits ihre 5. Kampfmittelfachtagung – eine beim Fachpublikum geschätzte zweitägige Veranstaltung in Berlin, dieses Mal im Humboldt Carré. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Tagung mit rund 200 Fachleuten war das Thema „Waldbrandbekämpfung auf kampfmittelbelasteten Flächen“ – eine Herausforderung, der sich die BImA mit den Flächen ihres Geschäftsbereichs Bundesforst oftmals stellen muss.
Um die vielfältigen Aufgaben in der Kampfmittelräumung zu bewältigen, ist diese Veranstaltungsreihe im fachpolitischen Raum von Bedeutung – insbesondere vor dem Hintergrund des stetig steigenden Bedarfs an Flächen, um die staatlichen Aufgaben des Bundes (Verteidigung, Wohnraum, Erneuerbare Energien etc.) zu unterstützen. Brisanz bekommt der diesjährige Themenfokus-wegen der in den vergangenen Jahren gehäuft auftretenden Waldbrände auf kampfmittelbelasteten Flächen. Die 5. BImA-Kampfmittelfachtagung dient dabei nicht allein dem notwendigen Fachaustausch, sondern setzt bereits wiederkehrend wichtige Impulse auf dem Weg zu einheitlichen, qualitätsorientierten Standards. So gingen aus den Vorgängertagungen bereits Initiativen wie die Gründung einer postgradualen akademischen Zusatzausbildung für die Fachplanung Kampfmittelräumung an der Universität der Bundeswehr in München hervor. Auch der Grundstein für eine Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Kampfmittelbeseitigung (BLAKa) im Rahmen der Innenministerkonferenz wurde durch sie initiiert.
Bundesforstflächen oftmals von Bränden betroffen
Ein Schwerpunkt der diesjährigen Tagung war das Thema der „Waldbrandbekämpfung auf kampfmittelbelasteten Flächen“. Die BImA ist davon mit ihren Bundesforstflächen oftmals betroffen. Wiederkehrend tritt bei Waldbränden auf aktiven oder ehemaligen Militärliegenschaften das Problem auf, dass Feuerwehren nicht nah genug an die Brandherde herankommen. Denn Kampfmittel können aufgrund der Hitzeeinwirkung und dem Einsatz von schwerem Gerät detonieren und die Einsatzkräfte verletzen. Betroffene und Verantwortliche tauschten sich während der Fachtagung über ihre Sichtweisen und Erfahrungen aus und entwickelten Lösungsansätze für ein besseres Vorgehen im Katastrophenfall und bei der Prävention. Aktuell und auch schon in der Vergangenheit nimmt die BImA bereits vorsorgende Kampfmittelräummaßnahmen vor, beispielsweise um Waldbrandschutzinfrastrukturen auf den Flächen errichten zu können.
„Als Eigentümerin zahlreicher großer Flächen wie ehemaliger Truppenübungsplätze weiß die BImA mit diesem Erbe der Vergangenheit professionell umzugehen und ist sich ihrer Verantwortung bewusst“, erklärt BImA-Vorstandsmitglied Paul Fietz. „Gleichzeitig leisten wir damit auch einen wichtigen und auf eine nachhaltige Zukunft ausgerichteten Beitrag für die politischen Ziele der Bundesregierung, zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energien, des Flächenrecyclings, des Waldumbaus und der Biodiversität.“ Auch Dennis Rohde als parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen sprach ein entsprechendes Grußwort an das im Humboldt Carré versammelte Auditorium: „Jeder geräumte Quadratmeter ist mehr als das Ergebnis eines technischen Prozesses. Er schafft die Voraussetzung dafür, dass wir bauen können, um Infrastruktur zu erneuern und unser Land weiterentwickeln zu können.“

Bei der Podiumsdiskussion der 5. Kampfmittelfachtagung in Berlin zum Thema: „Das 1.000 Meter-Dilemma beim Waldbrand“.
Bereits seit vielen Jahren wird das BImA-Kampfmittelräumprogramm umgesetzt
Die BImA bewertet die bilanziellen Grundstücksrisiken, die sich aus den Kampfmittelbelastungen ergeben. Um diese abzubauen, setzt sie daher seit vielen Jahren das strategische Kampfmittelräumprogramm um. Darüber hinaus erstattet sie in Auftragsverwaltung des Bundesfinanzministeriums jährlich hohe zweistellige Millionenbeträge für die Beseitigung ehemals reichseigener Kampfmittel auf nicht bundeseigenen Liegenschaften. Dies als Unterstützung der Länder zur Erfüllung deren hoheitlicher Aufgabe der Kampfmittelbeseitigung wie zum Beispiel am Dethlinger Teich im Heidekreis.
Zudem konnten dank der Unterstützung durch das Finanz- und Verteidigungsministerium die Vernichtungskapazitäten für eine umweltgerechte Entsorgung geborgener Kampfmittel deutlich erweitert werden. Zur Realisierung stellte das Finanzministerium die Mittel für den Bau eines neuen Sprengofens bei der bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten mbH (GEKA) in Munster bereit. Der Probebetrieb wurde im Oktober 2025 erfolgreich aufgenommen. Die Beschaffungskosten für den neuen Sprengofen lagen bei etwa 17 Millionen Euro.
Dorothee Martin, die zum 1. Mai 2026 auf Paul Fietz als Vorstandsmitglied bei der BImA folgt, begleitete die Fachtagung mit großem Interesse und nahm die gesetzten Impulse auf, um auch zukünftig das Aufgabenfeld der Kampfmittelräumung prägend mitzugestalten.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter
https://kampfmittelräumung.bundesimmobilien.de/Kampfmittelfachtagung.