Abgeschlossenes Renaturierungsprojekt in Oftersheim

Vom Schießplatz zur Naturschutzfläche

Gemeinsame Einweihung der neuen Informationstafeln (v. links): Jürgen Köhler (Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Mosel), Dr. Anja Gross (Leiterin des Umweltbüros der US Army Garrison Rheinland-Pfalz), Johannes Haid (Umweltbüro US Army Garrison Rheinland-Pfalz), Susanne Barisch (Bauamtsleiterin der Gemeinde Oftersheim) und Alois Dötsch (Revierleiter im Bundesforstbetrieb Rhein-Mosel).

Gemeinsame Einweihung der neuen Informationstafeln (v. links): Jürgen Köhler (Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Mosel), Dr. Anja Gross (Leiterin des Umweltbüros der US Army Garrison Rheinland-Pfalz), Johannes Haid (Umweltbüro US Army Garrison Rheinland-Pfalz), Susanne Barisch (Bauamtsleiterin der Gemeinde Oftersheim) und Alois Dötsch (Revierleiter im Bundesforstbetrieb Rhein-Mosel) (Foto: BImA).

Bonn/Oftersheim, 18. September 2026. Die Renaturierung der ehemaligen Schießanlage „Rod and Gun Club“ in Oftersheim ist erfolgreich abgeschlossen: Mit der feierlichen Einweihung der neuen Informationstafeln wurde das Gelände am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Wo einst Handfeuerwaffen erprobt wurden, befindet sich nun eine wertvolle Fläche des Naturschutzes. Das Gemeinschaftsprojekt des Geschäftsbereichs Bundesforst der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der US-Armee und des Staatlichen Hochbauamtes Heidelberg konzentrierte sich darauf, die einstige militärische Infrastruktur vollständig zurückzubauen und den Weg für ein artenreiches Offenland zu ebnen.

„Wo über Jahrzehnte militärischer Übungsbetrieb herrschte, erobert sich die Natur die Fläche nun Schritt für Schritt zurück“, betonte Jürgen Köhler, Betriebsleiter des Bundesforstbetriebs Rhein-Mosel bei der Einweihung. Die erfolgreiche Bodensanierung und der vollständige Rückbau zeigen, wie ehemals belastete Konversionsflächen nachhaltig dem Naturschutz zur Verfügung gestellt werden können.

Rückbau und Sanierung erfolgreich abgeschlossen


Von 1971 bis 2013 betrieben US-Streitkräfte auf dem Gelände im baden-württembergischen Oftersheim eine Schießanlage für Handfeuerwaffen und kleinkalibrige Waffen. Der langjährige Schießbetrieb hinterließ deutliche Spuren im Boden, insbesondere Rückstände von Blei und chemischen Stoffen.

Um Gefahren für Mensch und Umwelt nachhaltig auszuschließen, führte die BImA eine freiwillige Bodensanierung sowie eine umfassende Kampfmittelerkundung durch. Im Winter 2022/23 begann unter Leitung des Staatlichen Hochbauamtes Heidelberg der vollständige Rückbau sämtlicher Gebäude, Schießstände, befestigten Plätze und Straßen. Die Finanzierung der Renaturierung erfolgte im Rahmen hoheitlicher Kompensationsverpflichtungen aus anderen militärischen Bauvorhaben der US-Armee in der Region durch Mittel der US-Streitkräfte.

Neue Lebensräume für seltene Arten


U
m die Entwicklung der besonderen Standorte optimal zu fördern, wurde im Anschluss an die Sanierung der nährstoffreiche Oberboden abgetragen und wertvolles, lokaltypisches Saatgut von umliegenden Spenderflächen ausgebracht. Die ehemalige Schießanlage stellt heute in Anlehnung an das Projekt „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ einen wichtigen Teil im Umfeld der Oftersheimer Naturschutzgebiete dar.

Langfristig entstehen hier Sandmagerrasen und Besenheiden im Wechsel mit kleinen Gehölzgruppen. Diese offenen Landschaften bieten selten gewordenen und spezialisierten Tier- und Pflanzenarten der Oberrheinebene einen geschützten Rückzugsraum.

Das dauerhafte Naturschutzmanagement wird vom BImA-Geschäftsbereich Bundesforst und dem Bundesforstberieb Rhein-Mosel übernommen. Durch eine regelmäßige Pflegemahd, gezielte Entbuschung und das Freilegen sandiger Bereiche stellt Bundesforst sicher, dass der offene Charakter der Fläche langfristig erhalten bleibt und sich die Natur ungestört weiterentwickeln kann.

Die eingeweihten Informationstafeln bieten Besucherinnen und Besuchern ab sofort anschauliche Einblicke in die militärische Historie sowie die ökologische Transformation des Standorts.