BImA startet Baufeldfreimachung und Bodensanierung
Gelände der ehemaligen Hindenburg-Kaserne in Neumünster

Der Rückbau der Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Hindenburg-Kaserne ist bereits abgeschlossen. Mit der Bodensanierung geht die Baufeldfreimachung in die nächste Phase (Foto: BImA).
Bonn/Neumünster, 16. April 2026. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) beginnt auf dem Gelände der ehemaligen Hindenburg-Kaserne in Neumünster mit der Sanierung des Baugrunds. Auf dem rund 13 Hektar großen Areal an der Färberstraße 92 sollen künftig ein Einsatztrainingszentrum des Zolls und ein Betriebsgelände des Technischen Hilfswerks (THW) entstehen. In diesen Tagen beginnt die Einrichtung der Baustelle, die eigentlichen Arbeiten zur Baufeldfreimachung und Bodensanierung starten Mitte Mai und sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein.
Der Baugrund ist durch die frühere Nutzung des Standorts als Gerberei-Areal sowohl mit Milzbranderregern als auch anderen Schadstoffen belastet. Die BImA lässt daher den kontaminierten Boden vollständig abtragen und durch unbelasteten Boden ersetzen. Die Sanierung erfolgt nach einem genehmigten Sanierungsplan gemäß Bundesbodenschutzgesetz, der im Oktober 2025 von den zuständigen Behörden der Stadt Neumünster geprüft und freigegeben wurde.
Die Arbeiten zur Bodensanierung werden zum Teil unter speziellen Zelteinhausungen durchgeführt – vor allem im Bereich der ehemaligen Gerbgruben, wo eine besonders hohe Kontamination durch Milzbranderreger zu erwarten ist. Kontaminiertes Material wird dabei in verschlossenen Fässern gesammelt und zur Sondermüllverbrennung transportiert. Für den übrigen Boden stehen verschiedene andere Entsorgungswege zur Verfügung.
Höchste Sicherheitsstandards zum Schutz von Mensch und Umwelt
Die BImA setzt bei der Sanierung auf umfassende Sicherheitsmaßnahmen. Während der gesamten Bauzeit tragen die Arbeiter Schutzanzüge und Atemschutz. Um Staubentwicklung zu verhindern, wird der Boden kontinuierlich befeuchtet. Hierfür kommen Bewässerungs- und Benebelungsanlagen zum Einsatz, die den Staub aktiv binden.
Die Zelteinhausungen in den besonders belasteten Bereichen sind mit Hochleistungs-Abluftfiltern ausgestattet, die ein Austreten von Schadstoffen verhindern. Alle Baustellenfahrzeuge durchlaufen vor dem Verlassen des Geländes eine Reifenwaschanlage. An der Zaunanlage zur Nachbarbebauung wird zusätzlicher Staubschutz installiert.
Strenges Sicherheitskonzept
Alle Maßnahmen werden kontinuierlich von den zuständigen Behörden der Stadt Neumünster überwacht. „Die Sicherheit der Anwohnerinnen und Anwohner hat für uns oberste Priorität. Alle Sanierungsarbeiten folgen einem strengen Sicherheitskonzept und werden engmaschig von einbezogenen Fachunternehmen und den zuständigen Behörden kontrolliert. Die umfangreichen Schutzmaßnahmen stellen sicher, dass von der Baustelle keine Gefahr ausgeht“, betont der für die BImA tätige Fachplaner Maik Harles, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Altlasten-Sanierung.
Zeitplan bis Dezember 2026
Nachdem das Grundstück nun an die ausführenden Unternehmen übergeben wurde, beginnt in den kommenden Tagen die Einrichtung der Baustelle. Die Hauptarbeiten starten Mitte Mai 2026 und sollen bis Ende November 2026 abgeschlossen sein. Die vollständige Fertigstellung der Sanierung ist für Dezember 2026 geplant. Anschließend kann mit dem Bau des Einsatztrainingszentrums für den Zoll und des THW-Betriebsgeländes begonnen werden.
Hintergrund
Die Belastung des Bodens mit Milzbranderregern geht auf die historische Nutzung des Areals als Gerberei-Standort zurück. In Neumünster sind solche Altlasten aufgrund der langen Tradition der Lederindustrie nicht ungewöhnlich und werden seit Jahren systematisch erfasst und saniert. Die BImA folgt mit der aktuellen Maßnahme dem behördlich genehmigten Sanierungsplan nach Bundesbodenschutzgesetz vom 15. September 2025. Die Sanierung ist Voraussetzung für die geplante Bebauung des Geländes. Das künftige Einsatztrainingszentrum wird dem Zoll moderne Trainingsmöglichkeiten für Einsatzszenarien bieten. Das THW erhält ein neues Betriebsgelände für seine wichtige Arbeit im Bevölkerungsschutz.