Bodensanierung am ehemaligen Tanklager Bremen-Farge gestartet

Umfangreiche Arbeiten zum Grundwasserschutz

Stellten den Start der Bodensanierung der Öffentlichkeit vor: BImA-Projektleiter Stefan Ivert (links) und Stephan Clemens vom Zentralen Kontaminationsmanagement der BImA.

Stellten den Start der Bodensanierung der Öffentlichkeit vor: BImA-Projektleiter Stefan Ivert (links) und Stephan Clemens vom Zentralen Kontaminationsmanagement der BImA (Foto: BImA).

Bonn/Bremen, 30. Juli 2026. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen am ehemaligen Tanklager Bremen-Farge begonnen. Am stark belasteten Verladebahnhof II werden rund 185.000 Kubikmeter Boden zum Schutz des Grundwassers in der Region ausgehoben, gereinigt und wieder eingebaut. Ende Juni 2026 wurde zudem eine neue Abstromsicherung in Betrieb genommen. Die Maßnahme erfolgt in enger Abstimmung mit der Bodenschutz- und Wasserbehörde der Freien Hansestadt Bremen. Über Hintergründe der Arbeiten und die Fortschritte informiert ab sofort eine eigene Website.

Das ehemalige Tanklager Bremen-Farge galt einst als das größte unterirdische Tanklager der Welt. Jahrzehntelang – von der Wehrmacht über die US-Army bis zur Bundeswehr – wurden hier Kraftstoffe gelagert und umgeschlagen. Die Folge: erhebliche Verunreinigungen im Boden und im Grundwasser, insbesondere im Bereich des ehemaligen Verladebahnhofs II. Für die BImA ist die Liegenschaft einer ihrer größten Altlastenstandorte. Nach umfangreichen Planungen geht die Sanierung jetzt in die Umsetzung.

Bodenaushub läuft – erste Ergebnisse sichtbar

Seit Februar 2026 laufen die Aushubarbeiten. Auf einer Fläche von rund 7.900 Quadratmetern ist geplant, den Boden bis in eine Tiefe von etwa 16 Metern auszuheben. Bis Mitte Juli 2026 wurden bereits rund 94.000 Kubikmeter Erdreich bewegt und Boden bis in acht Meter Tiefe ausgehoben. Belastetes Material wird in einer spezialisierten Bodenbehandlungsanlage im Industriehafen Bremen aufbereitet. Die Gesamtdauer der Sanierung beträgt voraussichtlich zwei Jahre, die Kosten belaufen sich auf rund 16 Millionen Euro.

Überblick über den Stand des Bodenaushubs am ehemaligen Verladebahnhof II des Tanklagers Bremen-Farge. Hier sind bereits rund 94.000 Kubikmeter Boden ausgehoben worden.

Überblick über den Stand des Bodenaushubs am ehemaligen Verladebahnhof II des Tanklagers Bremen-Farge. Hier sind bereits rund 94.000 Kubikmeter Boden ausgehoben worden (Foto: Robert Zindel, STRABAG Umwelttechnik GmbH).

Grundwasser wird aktiv geschützt

Unmittelbar südlich der Baugrube sichert eine Brunnengalerie aus neun Förderbrunnen das abströmende Grundwasser. Eine neu errichtete Grundwasserreinigungsanlage wurde Ende Juni in Betrieb genommen und reinigt ab sofort das geförderte belastete Grundwasser vor der Wiedereinleitung. Die Anlage dient zudem dazu, die durch die Bautätigkeit mobilisierten Schadstoffe sicher zu fassen. Ergänzend bleibt eine bestehende Anlage in Betrieb, die seit 2010 bereits rund 130 Tonnen Kraftstoffphase aus dem Grundwasser entfernt hat.

„Wir haben am Verladebahnhof II eine komplexe Altlastensituation. Die Schadstofffahne reicht bis zu 30 Meter tief und erstreckt sich über rund einen Kilometer in Richtung Unterweser. Mit dem Bodenaustausch beseitigen wir das Kernproblem – die eigentliche Schadstoffquelle. Mit den Förderbrunnen und der Grundwasserreinigungsanlage wird der Grundwasserabstrom geschützt. Alle Maßnahmen sind eng mit der Bodenschutz- und Wasserbehörde Bremen abgestimmt und werden kontinuierlich überwacht“, erklärt Stefan Ivert, Fachexperte im Kontaminationsmanagement der BImA und Projektleiter der Sanierung.

Reges Medieninteresse.

Reges Medieninteresse bei der Vorstellung der Bodensanierung (Foto: BImA).

Die zuständige Vorständin der BImA, Dorothee Martin, ergänzt: „Farge ist ein Ort, der die Lasten der Geschichte trägt. Und wir als BImA nehmen die Verantwortung sehr ernst, diese Lasten zu beseitigen. Mit dem Bodenaustausch am Verladebahnhof II gehen wir jetzt den entscheidenden Schritt: weg von der Sicherung, hin zur dauerhaften Lösung."

Neue Website berichtet über Sanierungsfortschritt

Alle aktuellen Entwicklungen, Hintergründe zur Geschichte des Tanklagers sowie zu den laufenden Maßnahmen und zum Sanierungsfortschritt sind auf der begleitenden Website abrufbar:
https://tanklagerfarge.bundesimmobilien.de.