Bundesamt für Strahlenschutz eröffnet Neubau in Berlin Karlshorst
Nachhaltiges Gebäude für das Radiologische Lagezentrum des Bundes

Die symbolische Schlüsselübergabe bei der Einweihungsfeier (von links): Andreas Kaiser (Architekt), Jochen Flasbarth (Umweltstaatssekretär), Elke Steinmann (BBR), Dr. Inge Paulini (Präsidentin BfS), Holger Hentschel (BImA-Vorstandsmitglied) (Foto: BfS).
Bonn/Berlin, 8. September 2026. Feierliche Eröffnung in Berlin: Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat seinen Neubau in Betrieb genommen, den die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Eigentümerin und Bauherrin gemeinsam mit dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) in Berlin-Karlshorst realisiert hat. Das sogenannte Lise-Meitner-Haus ersetzt einen Anfang der 1970er-Jahre errichteten Plattenbau, den bereits das Staatliche Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz (SAAS) der DDR genutzt hatte. 90 Beschäftigte des BfS finden in dem nachhaltigen Neubau nun beste Bedingungen für eine wichtige Aufgabe: die Bevölkerung vor radioaktiven Stoffen zu schützen. Lesen Sie dazu die Pressemitteilung des BfS:
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat in Berlin ein modernes, ressourcenschonendes Gebäude für die Aufgaben und Arbeitsformen der Zukunft erhalten: Im Lise-Meitner-Haus im Stadtteil Karlshorst finden unter anderem Teile des Radiologischen Lagezentrums des Bundes als Krisenstab sowie die Nuklearspezifische Gefahrenabwehr des BfS neue Räumlichkeiten. Zudem wird der Betrieb von etwa 280 automatischen Messstellen für Strahlung in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt von dort gesteuert. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth und BfS-Präsidentin Inge Paulini hoben bei der Eröffnung am 7. September 2026 die Bedeutung des Neubaus für den Bevölkerungsschutz hervor.
Wichtiger Beitrag zum Bevölkerungsschutz
Umweltstaatssekretär Flasbarth: „Als Teil des Radiologischen Lagezentrums des Bundes und mit seiner Echtzeit-Überwachung der Strahlung in der Umwelt trägt das Bundesamt für Strahlenschutz wesentlich zum Schutz der Bevölkerung bei. Mit dem Neubau erhalten die Beschäftigten, die diese wichtige Arbeit leisten, die notwendige räumliche und technische Ausstattung. Das innovative Gebäudekonzept verfolgt dabei konsequent das Ziel einer nachhaltigen und klimaangepassten Bundesverwaltung.“
BfS-Präsidentin Inge Paulini: „Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine vor viereinhalb Jahren haben die Aufgaben des Bundesamtes für Strahlenschutz an Aktualität gewonnen: Schutz ist sowohl bei einem kriegsbedingten Unfall in einem Kernkraftwerk als auch bei Angriffen auf Nuklearanlagen möglich. Sogar der Einsatz einer Atomwaffe in Europa gehört zu den Szenarien, die wir nicht gänzlich ausschließen können. Der Umzug in ein hochmodernes, speziell für unsere Aufgaben konzipiertes Gebäude stärkt unsere Handlungsfähigkeit in Krisenfällen aller Art. Das Lise-Meitner-Haus darf aber nicht auf seine Funktion im Notfallschutz reduziert werden. Unsere Beschäftigen forschen hier auch für den Schutz vor Radon in Wohnungen oder sie untersuchen zum Beispiel Konsumgüter auf radioaktive Stoffe.“

Das Lise-Meitner-Haus aus der Vogelperspektive. (Foto: BfS)
Moderne Arbeitsplätze für über 90 Beschäftigte
Das Lise-Meitner-Haus beherbergt auf 3.600 Quadratmetern Nutzfläche Büroräume, Labore und Werkstätten für über 90 Beschäftigte sowie eine Bibliothek. Es ersetzt einen Plattenbau aus den 1970er Jahren, der bereits vom Staatlichen Amt für Atomsicherheit der DDR genutzt worden war und das Ende seiner technischen Nutzungsdauer erreicht hat. Die Entscheidung für die österreichische Physikerin Lise Meitner als Namenspatronin war eine Wahl der Beschäftigten. Der Hauptstandort des BfS befindet sich im niedersächsischen Salzgitter.
Architektonisch charakteristisch für den Neubau sind seine Y-Form und die klaren Linien der geschwungenen Fassade. Zugleich fügt er sich mit nur drei Geschossen in das in der Umgebung entstehende Wohnumfeld ein. Dem Trend zur mobilen Arbeit wird das Lise-Meitner-Haus mit einem flexiblen Raumkonzept, das den sozialen und interdisziplinären Austausch fördert, gerecht.
Nachhaltiges Bauprojekt
Das nach dem Bundesstandard Nachhaltiges Bauen „Silber“ errichtete Gebäude kann bis zu 14 Prozent des benötigten Stroms durch Photovoltaik decken. Außenliegende Verschattung, Nachtauskühlung über automatisch gesteuerte Fensterantriebe, Muldenversickerung mit einem Muldenvolumen von 39.000 Badewannen (780 m³) und eine für das Stadtklima geeignete Bepflanzung der Außenanlage sind wichtige Maßnahmen der Klimaanpassung und für eine Schwammstadt Berlin.
Eigentümerin ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die Verantwortung für die Baudurchführung trug das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Die Entwürfe von Gebäude und Außenanlage stammen von hks Architekten, Bonn/Erfurt/Aachen, und plandrei Landschaftsarchitektur, Erfurt.