Land Schleswig-Holstein und Bund vertiefen Zusammenarbeit bei Erkundung und Räumung von Kampfmitteln
Rahmenvereinbarung unterzeichnet
BImA-Vorständin Dorothee Martin (links) und Thomas Bauchrowitz, Direktor Landeskriminalamt Schleswig-Holstein, unterzeichneten die Rahmenvereinbarung zur Kampfmittelräumung auf bundeseigenen Grundstücken in Schleswig-Holstein (Fotos: BImA).
Bonn/Kiel/Felde, 24. Juli 2026. Thomas Bauchrowitz, Direktor des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein (LKA SH), und Dorothee Martin, Vorständin der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), haben heute in Felde eine Rahmenvereinbarung zur Kampfmittelräumung unterzeichnet. Gemeinsames Ziel ist es unter anderem, die Erkundung und Räumung von Kampfmitteln auf Flächen der BImA in Schleswig-Holstein voranzutreiben. Dazu gehören ehemals militärisch genutzte Flächen, Bundesforstflächen sowie Dienst- und Wohnliegenschaften des Bundes.
Mit der heute unterzeichneten Rahmenverwaltungsvereinbarung wollen das Land Schleswig-Holstein und die BImA die bewährte Zusammenarbeit ausbauen und die anstehenden Maßnahmen zur Kampfmittelräumung effizient und nachhaltig umsetzen.
BImA investiert 14 Millionen Euro in die Kampfmittelräumung in Schleswig-Holstein
Insgesamt hat die BImA in ihrem Kampfmittelräumprogramm zirka 14,4 Millionen Euro für die über 735 geplanten Einzelmaßnahmen zur Erkundung und Räumung kampfmittelverdächtiger Bundes-Liegenschaften in Schleswig-Holstein eingeplant. „Mit der Rahmenverwaltungsvereinbarung bekommen alle Beteiligten durch die vorgesehenen Finanzmittel Verlässlichkeit und Planungssicherheit bei der Kampfmittelräumung auf unseren Liegenschaften“, hebt BImA-Vorständin Dorothee Martin hervor. „Ein zielgerichteter Einsatz dieses erheblichen Programmvolumens kann nur im Schulterschluss und mit Bündelung der knappen Fachressourcen gelingen.“
In Schleswig-Holstein ist der Kampfmittelräumdienst (KRD) organisatorisch mit einer eigenen Abteilung an das LKA angebunden. Im Rahmen der mit der BImA vereinbarten Zielvorgaben werden die Expertinnen und Experten des KRD zur Ermittlung einer möglichen Kampfmittelbelastung der betroffenen Liegenschaften beispielsweise historisch-genetische Rekonstruktionen durchführen, die über die reine Luftbildauswertung hinausgehen. Dazu werden alle verfügbaren, zum Teil noch unbekannte historische Quellen genutzt – ein Mehrwert auch für den KRD, der die so gewonnenen Informationen langfristig in seinen Datenbestand aufnehmen kann. Auch die anschließenden Arbeitsschritte vor Ort bis hin zu einer möglichen Entschärfung gefundener Kampfmittel kann der KRD aufgrund seiner breitgefächerten technischen Fähigkeiten übernehmen
Im Archiv des Kampfmittelräumdienstes Schleswig-Holstein.
LKA-Direktor Thomas Bauchrowitz begrüßt die Rahmenvereinbarung als schriftliche Grundlage einer bereits gelebten, langjährigen Zusammenarbeit zweier Institutionen auf Landes- und Bundesebene. „Mit den durch die BImA bereitgestellten Mitteln ist die effiziente Überprüfung bundeseigener Flächen in Schleswig-Holstein gesichert. Die betrachteten Flächen können mithilfe der Expertise unseres Kampfmittelräumdienstes schnellstmöglich weitergenutzt werden.“
„Die Zusammenarbeit wird hinsichtlich der kommunalpolitischen Herausforderungen im Flächenrecycling und der Aufgaben und Pflichten der BImA als Eigentümerin im besten Sinne zu einem beiderseitigen Vorteil führen“, sagt Dorothee Martin. „Die dringend benötigten Flächen können zügiger bearbeitet und für zukünftige Nutzungen freigegeben werden. Darüber hinaus sollen auf Flächen ehemaliger militärischer Nutzung attraktive Lebens- und Naturräume für die Erholungsnutzung entstehen.“
Zum Hintergrund:
Die Kampfmittelräumung ist in Deutschland Sache der Länder. Die BImA trägt auf der Grundlage einer sogenannten Staatspraxis grundsätzlich die Kosten für Kampfmittelräumungen auf ihren Liegenschaften, ist bei der Ausführung aber auf entsprechende Fachkapazitäten der zuständigen Landesbehörden angewiesen. Über die planungssichernde Bereitstellung entsprechender Finanzmittel der BImA und der Bearbeitungsressourcen auf Seiten des Kampfmittelräumdienstes des Landes Schleswig-Holstein kann die Erkundung und Räumung von Kampfmittelverdachtsflächen der BImA in Schleswig-Holstein beschleunigt werden.
Zudem wird seit Jahren auf mehreren Ebenen an einer bundesweiten Vereinheitlichung der Qualitätsstandards gearbeitet. Im Dezember 2019 wurde dazu im Rahmen der Innenministerkonferenz der Länder mit dem Bund eine Arbeitsgruppe gegründet in der sich sowohl das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein als auch die BImA gemeinsam engagieren.