Meilenstein für den Naturschutz in Unterfranken

Erste Naturerbe Bund-Fläche wird zum Naturschutzgebiet

Gruppenbild mit Schild

Auch BImA-Vorstandsmitglied Dorothee Martin (vorne links), die Regierungspräsidentin von Unterfranken, Dr. Susanne Weizendörfer (vorne Zweite von links), und Umweltminister Thorsten Glauber (vorne Dritter von links) feierten die Ausweisung des Naturschutzgebietes Brönnhof (Fotos: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz).

Bonn/Hammelburg, 11. Juni 2026. Anlässlich der Ausweisung des Naturschutzgebietes Brönnhof fand am Mittwoch die offizielle Eröffnungsfeier auf dem Gebiet des zuständigen Bundesforstbetriebs Reußenberg statt. Das Naturschutzgebiet ist Teil der Naturerbefläche Brönnhof und gehört als Naturerbe Bund zum Eigentum der BImA. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Naturschutz, Forst- und Landwirtschaft sowie aus den beteiligten Gemeinden kamen am Mittwoch zu einer Feierstunde auf dem Brönnhof zusammen, um die biologische Einzigartigkeit sowie Bedeutung des neuen Naturschutzgebiets für die Region hervorzuheben. 

Bereits mit Wirkung vom 31. März 2026 wurde der Brönnhof als erste Naturerbe Bund-Fläche offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auf Grund seiner Größe von 1.456 Hektar zählt die Fläche zu den größten Naturschutzgebieten Bayerns außerhalb des Alpenraums. Zu den wichtigsten Flächeneigentümern des Naturschutzgebiets zählen neben der BImA die Ganerbschaft Brönnhof – eine historische Erbengemeinschaft nach altdeutschem Erbrecht, deren Ursprung bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht – die Miteigentümergemeinschaft Münsterwald, die Bayerischen Staatsforsten sowie die Stadt   Schweinfurt.

Dorothee Martin, Vorstandsmitglied der BImA, lenkte den Blick in ihrem Grußwort auf die Historie der Naturerbe Fläche, denn bevor die Fläche 2016 dem Nationalen Naturerbe (NNE) zugeordnet wurde, diente sie den US-Streitkräften bis 2014 als Standortübungsplatz. „Auf den ersten Blick passen Panzer und intakte Natur nicht zusammen“. Der besondere Wert für den Naturschutz ergebe sich jedoch genau aus diesem Kontrast. Die Flächengröße sowie die Unzerschnittenheit in Kombination mit der militärischen Nutzung seit dem Dritten Reich ließen die einzigartige Naturausstattung entstehen.

Gemeinsames Engagement aller Beteiligten

Der Ausweisung als Naturschutzgebiet ging ein etwa zehn Jahre andauernder, intensiver Abstimmungsprozess für ein tragfähiges Schutzkonzept voraus, an dem unter anderem Fachbehörden, Forst- und Landwirtschaft, Naturschutzverbände, Gemeinden sowie Bundes- und Landesbehörden mitgewirkt haben. Unterfrankens Regierungspräsidentin Dr. Susanne Weizendörfer betonte: „Mit dem Brönnhof schützen wir nicht nur einzelne seltene Arten oder Biotope, sondern einen ganz besonderen, ökologisch herausragenden Landschaftsausschnitt in seiner Gesamtheit. Dass dieses große Schutzgebiet heute Realität geworden ist, verdanken wir dem konstruktiven Dialog und dem gemeinsamen Engagement aller Beteiligten.“

Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten

Das Naturschutzgebiet Brönnhof umfasst einen großflächigen, zusammenhängenden Landschaftsausschnitt mit einem zentralen, extensiv genutzten Offenlandbereich, der von naturnahen Laubwäldern umgeben ist. Das vielgestaltige Kleinrelief des Offenlandes schafft ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume und bietet zahlreichen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten optimale Bedingungen. Durch die Kombination aus wertvollen Offenlandbiotopen und strukturreichen Waldbereichen besitzt das Gebiet eine herausragende Bedeutung für den Biotopverbund.

Zugleich ermöglicht es eine naturverträgliche Erholungsnutzung und trägt so zum Bewusstsein für den Schutz dieser auch historisch bedeutsamen heimischen Natur- und Kulturlandschaft bei. Weite Teile des Brönnhofs wurden 2016 bereits ins NNE überführt und sind Bestandteil des Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebietes „Standortübungsplatz Brönnhof und Umgebung“.