Moderner Hochschulcampus für den Zoll in Rostock eröffnet
Größtes Holzmodul-Bauprojekt Europas

BImA-Vorständin Dorothee Martin (links) übergab die „Schlüsselkarte“ der neuen Hochschule: (von links) Lars Klingbeil (Bundesfinanzminister), Manuela Schwesig (Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern), Dr. Armin Rolfink (Präsident der Generalzolldirektion), Dr. Annette Wöhner (Dekanin des Fachbereichs Finanzen der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung) und Eva-Maria Kröger (Oberbürgermeisterin Rostock) (Fotos: BImA/Christiane Worring).
Bonn/Rostock, 6. Juli 2026. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat in Rostock Lichtenhagen unter anderem gemeinsam mit der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, den zweiten Campus des Fachbereichs Finanzen der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung eröffnet. Der neue Standort gilt als Erweiterung der bisher nur in Münster vertretenen Zollhochschule. Ende 2021 hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) dem Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Rostock die Ausführung dieses Großprojektes übertragen.
Zur feierlichen Eröffnung des Campus sprachen neben Klingbeil und Schwesig auch der Präsident der Generalzolldirektion, Dr. Armin Rolfink, und die Dekanin des Fachbereichs Finanzen der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Dr. Annette Wöhner, die Oberbürgermeisterin von Rostock, Eva-Maria Kröger, sowie BImA-Vorständin Dorothee Martin, die im Anschluss offiziell den Schlüssel übergab.

Halten gemeinsam den Schlüssel in der Hand (von links): Dr. Annette Wöhner (Dekanin des Fachbereichs Finanzen der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung), Stefan Kortmann (Leiter der Hauptstelle Facilitymanagement der BImA in Rostock), Carmen-Alina Botezatu (Leiterin Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt Rostock), Manuela Schwesig (Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern), Lars Klingbeil (Bundesfinanzminister), Dr. Armin Rolfink (Präsident der Generalzolldirektion), Brigitte Bourscheidt (Leiterin des Geschäftsbereichs Facilitymanagement der BImA) und Dorothee Martin (Vorständin der BImA).
Das zukunftsweisende Bauprojekt war durch ein Projektteam bestehend aus dem Architekturbüro Sauerbruch & Hutton, Primus Development und Kaufmann Bausysteme geplant und errichtet worden. Der moderne Campus bietet Platz für bis zu 600 Studierende und umfasst ein Lehrgebäude mit Mensa, zwei Großlehrsäle, 24 Standardlehrsäle, 48 Gruppenarbeitsräume und eine Bibliothek mit innovativen Lernräumen. Für die Studierenden des Zolls sind außerdem zwei Wohngebäude mit Einzelunterkünften, Gemeinschaftsküchen und Freizeiträumen errichtet worden, die über Grünflächen miteinander verbunden sind. Viele Bewegungs- und Begegnungsflächen laden zum Lernen, Austauschen und Vernetzen ein. Die Studierenden werden hier für die anspruchsvollen Aufgaben beim Zoll – wie die Einnahmesicherung, die Bekämpfung von Schwarzarbeit, organisierter Kriminalität und Geldwäsche – qualifiziert.

Das Hauptgebäude der Zollhochschule im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen.
1.500 zusätzliche Zoll-Kräfte in diesem Jahr
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte zur feierlichen Eröffnung im Audimax der neuen Hochschule: „Der Zoll sorgt für faire Wettbewerbsbedingungen, bekämpft Kriminalität und sichert wichtige Einnahmen für unser Land. Deshalb stärken wir den Zoll mit einer grundlegenden Reform, mit neuen rechtlichen Befugnissen und mit 1.500 zusätzlichen Kräften in diesem Jahr. Der neue Campus in Rostock wird dazu beitragen, dass Zöllnerinnen und Zöllner top ausgebildet werden und Geldwäsche, Waffenschmuggel oder Drogenhandel auf der Höhe der Zeit bekämpfen können.“

Offenheit und Durchblick: Treppen leiten die Studierenden zu den Lehrräumen.
Innovative und nachhaltige Bauweise
Die Bauweise der Gebäude ist innovativ: Während Unter- und Erdgeschosse sowie die Treppenräume weitestgehend in Stahlbeton errichtet wurden, besteht der Großteil des Campus aus gestapelten Holzmodulen. Es handelt sich damit um das bisher größte Holzmodul-Bauprojekt Europas. Diese nachhaltige Bauweise ermöglichte eine effiziente und umweltfreundliche Realisierung. Die zweijährige Bauzeit ist nur durch die bemerkenswert partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der BImA, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, der Stadt Rostock und der Zollverwaltung als Auftraggeberin mit allen Projektbeteiligten möglich gewesen. Planmäßig konnten im März 2026 die ersten 450 Studierenden ihr Studium am neuen Hochschulcampus aufnehmen.

Viel Holz, viel Licht: Blick in die Mensa der Hochschule.
Fertigstellung in Rekordzeit
„Der in Rekordzeit fertiggestellte Neubau der Zollhochschule Rostock zeigt eindrucksvoll, dass die öffentliche Hand anspruchsvolle Bauprojekte effizient und nachhaltig realisieren kann. Die modulare Holzbauweise und die jederzeit konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten waren dabei entscheidende Erfolgsfaktoren. Entstanden ist ein moderner, architektonisch anspruchsvoller Campus, der hervorragende Bedingungen für Studium, Austausch und Gemeinschaft bietet. Das Projekt ist zugleich Ansporn, innovative und nachhaltige Bauweisen auch bei künftigen Bundesbauvorhaben konsequent weiter zu verfolgen. Wir sind als BImA sehr stolz darauf, gemeinsam mit unseren Partnern einen so zukunftsweisenden Hochschulstandort für den Zoll geschaffen zu haben", so die Vorständin der BImA, Dorothee Martin.

Grünflächen zwischen den Wohnheimen laden zum Verweilen ein.
Meilenstein im Ausbau der Liegenschaften für den Zoll
In seiner Laudatio betonte Dr. Armin Rolfink, Präsident der Generalzolldirektion, die Bedeutung einer modernen, bedarfsorientierten Lehre für die Zukunft des deutschen Zolls: „Mit der heutigen Eröffnung des Zollcampus Rostock wird ein weiterer Meilenstein im Ausbau von Liegenschaften des Zolls erreicht. Die didaktisch ausgerichtete Architektur fördert das multisensorische Lehren und Lernen. Begegnungsräume zum gemeinsamen Lernen und zur Vernetzung der Studierenden legen das Fundament für berufliches Netzwerken und lebenslanges Lernen." Das neue Gebäude zeige eindrücklich, wofür der Zoll steht: Einladend und offen, sichtbar und mutig, verlässlich und vernetzt.
Dass die Universitäts- und Hansestadt Rostock dem neuen Campus der Zollverwaltung einen ausgesprochen attraktiven Ausbildungsstandort bietet, betonten die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, ebenso wie die Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger. „Wir freuen uns sehr, dass der Bund seine neue Zollhochschule hier bei uns an der Ostsee angesiedelt hat. Das ist ein Gewinn für Rostock und ganz Mecklenburg-Vorpommern. Die Studierenden finden hier künftig beste Lernbedingungen. Große Teile des Campus sind öffentlich zugänglich. Dadurch wird die neue Hochschule Teil des Stadtteils und kann von den Menschen, die hier leben, entdeckt und angenommen werden. Hier ist ein Ort zum Lernen und zum Leben entstanden“, erklärte Manuela Schwesig.