Preisgekrönter Entwurf verbindet Ästhetik und Funktionalität für THW-Ausbildungszentrum Hoya
„Zerbrochene Spiegel“ – ein Symbol der Reflexion

Das Motiv der zwei identisch „zerbrochenen Spiegel“ steht für den Übergang von Ordnung zu Chaos und das Reflektieren von Ereignissen – etwas, das im THW-Ausbildungszentrum Hoya von besonderer Bedeutung ist (Visualisierung: David Hepp).
Bonn/Hoya, 13. Januar 2026. Unter der Leitung von Dagmar Schmidt, Vorsitzende des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler, hat das Preisgericht kürzlich den eindrucksvollen Entwurf von David Hepp für den Kunst am Bau-Wettbewerb des THW-Ausbildungszentrums in Hoya zur Umsetzung empfohlen. Die Ausschreibung erfolgte durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Der Wettbewerb wurde vom Staatlichen Baumanagement Weser-Leine koordiniert und durchgeführt.
Als öffentliche Bauherrin steht die BImA im Mittelpunkt baukultureller Verantwortung und Vorbildfunktion. Die Unterstützung aufstrebender Künstlerinnen und Künstler ist daher ein zentrales Anliegen des Bundes, der BImA und des THW. „Kunst am Bau stellt eine komplexe Herausforderung dar, da neben kreativen Aspekten auch technische Anforderungen wie Barrierefreiheit und Brandschutz berücksichtigt werden müssen“, erklärt Julia Oel, Kunst am Bau-Beauftragte der BImA.
Gemeinsame Nachwuchsförderung
Um die Förderung des Nachwuchses zu stärken, kooperierten die Beteiligten im Rahmen des Einladungsverfahrens mit der Hochschule für Künste (HFK) Bremen. Ingo Vetter, Professor für Bildhauerei an der HFK Bremen und Gewinner des Kunst am Bau-Wettbewerbs für den Außenbereich der Zollhochschule in Rostock, empfahl dem Auswahlgremium sieben Kunstschaffende mit Masterabschluss. Er stand den drei Ausgewählten – Martin Reichmann, Linhan Yu und David Hepp – während des Wettbewerbs beratend zur Seite.
Besondere Bedeutung des THW-Standorts Hoya
Das Preisgericht traf sich im Rahmen des THW-Ausbildungszentrums Hoya, geleitet von Sabine Lützelschwab, Leiterin des Ausbildungszentrums Hoya, die durch ihren leidenschaftlichen Vortrag über die Arbeit des THW bei allen Beteiligten große Anerkennung für die Haupt- und Ehrenamtler des THW hervorrief. Die Besichtigung der Anlage, der Einsatzfahrzeuge und des Übungsgeländes unterstrich die zentrale Rolle des Standortes für die Ausbildung im Katastrophenschutz.
Motiv der „zerbrochenen Spiegel“
Nach eingehender Beratung entschied das Gremium, den Entwurf von David Hepp zur Realisierung zu empfehlen. Der Wettbewerbsbeitrag besteht aus zwei zerbrochenen Spiegelfeldern in DIN A0-Format, deren von Hand gearbeitete Scherben im Erdgeschoss des Lehrsaalgebäudes an der Hauptwand präsentiert werden sollen. „Schon auf den ersten Blick vermittelt der zerbrochene Spiegel ein massives Schadensereignis und stellt darin eine erste Verbindung zum Aufgabenfeld des THW her. Bei genauerem Hinschauen stellt man fest, dass es sich bei den zwei gebrochenen Spiegelflächen um eine exakte spiegelbildliche Scherbenkonstellation handelt – und damit um eine faktische Unmöglichkeit“, beschreibt das Preisgericht den Entwurf. Die Spiegel symbolisieren den Übergang von einer geordneten zur chaotischen Situation – ein Konzept, das im Trainingszentrum des THW eine zentrale Rolle spielt. Hier lernen die Teilnehmenden, Katastrophensituationen zu analysieren, um effektive Maßnahmen zu entwickeln.
Die Leiterin des THW-Ausbildungszentrums, Sabine Lützelschwab, ist begeistert davon, wie David Hepp die Kernaufgabe auf den Punkt gebracht hat: „Im Zusammenhang der Ausbildungsstätte des THW ist das Reflektieren von Ereignissen, Unfällen und Katastrophen Voraussetzung für die Entwicklung von Maßnahmen. Die theoretische und praktische Ausbildung zielt darauf ab, Katastrophensituationen zu erkennen und gezielt eingreifen zu können. Für das Einzigartige werden Routinen formuliert.“
Das Preisgericht lobte die außergewöhnliche Qualität der handwerklichen Arbeit und die präzise ästhetische Formensprache sowie die inhaltliche Tiefe des Entwurfs, die verdeutlicht, wie intensiv der Künstler sich mit dem Ausbildungszentrum in Hoya auseinandergesetzt hat.
Weitere Informationen zum Wettbewerb und den Siegerentwurf finden Sie hier.