Skulptur reist per Tieflader von Bonn nach Berlin

Sanierung am Ort der Entstehung

Am Haken: Der erste Teil der „Large Two Forms“ entschwebt langsam, um auf einen Tieflader gestellt zu werden.

Am Haken: Der erste Teil der „Large Two Forms“ entschwebt langsam, um auf einen Tieflader gestellt zu werden (Fotos: BImA).

Bonn, 30. Oktober 2026. Die Bronzeplastik „Large Two Forms“ des britischen Künstlers Henry Moore gehört fest zum Bonner Regierungsviertel. Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt ließ sie 1979 am ehemaligen Bundeskanzleramt aufstellen. Seitdem diente das zweiteilige Kunstwerk über viele Jahre als markanter Hintergrund zahlloser TV-Berichte aus dem politischen Bonn – und bis heute als beliebtes Fotomotiv. Jetzt steht eine umfassende Sanierung an. 

„Es ist eines der bedeutendsten Kunstwerke im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Daher freue ich mich sehr, dass wir es nun auf die Reise schicken können, damit die beiden Formen in Berlin fachgerecht saniert werden. Wir nehmen unsere Aufgabe, diese Kunstwerke zu pflegen und zu erhalten, sehr ernst“, betont Dr. Sylvia Haida, Referentin für Kunst am Bau bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Besonders an der Wetterseite ist die Beschichtung der Bronze angegriffen und teilweise abgeplatzt. „Die letzte Sanierung ist mittlerweile mehr als dreißig Jahre her“, sagt Axel Willebrand, der als Objektmanager zuständig für die gesamte Liegenschaft des ehemaligen Kanzleramtes ist, in dem heute das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) untergebracht ist.

Zuständig für das Kunstwerk bei der BImA: Objektmanager Axel Willebrand und Kunstexpertin Dr. Sylvia Haida haben die Sanierung der „Large Two Forms“ gemeinsam geplant.

Zuständig für das Kunstwerk bei der BImA: Objektmanager Axel Willebrand und Kunstexpertin Dr. Sylvia Haida haben die Sanierung der „Large Two Forms“ gemeinsam geplant.

Die zwei Formen reisen getrennt

Die Sanierung übernimmt die Berliner Gießerei Noack, die auf Skulpturen von Henry Moore spezialisiert ist und auch die weltweit vier existierenden Ausgaben der „Large Two Forms“ einst gegossen hat. Für den Transport wurden zunächst die zwei Teile der Skulptur von ihrer Unterkonstruktion gelöst und voneinander getrennt. Dann schwebten sie an einem Schwerlastkran hängend über das Gelände und wurden sanft auf jeweils einem eigenen Tieflader abgestellt. In der Nacht ging der wertvolle Spezialtransport, der von zahlreichen Kommunen und Landkreisen genehmigt werden musste, dann auf die Reise nach Berlin.

Die Skulptur besteht aus zwei organisch anmutenden Formen mit ovalen Öffnungen, die ein konvex und die andere konkav zur jeweils anderen ausgerichtet ist. Beide Teile sind mehr als drei Meter hoch und wiegen jeweils mehr als vier Tonnen.