So sieht das neue Wohnquartier auf ehemaliger Kasernenfläche in Osdorf aus
Wettbewerb entschieden

Viel Grün und eine familienfreundliche Umgebung: dies zeigt die Visualisierung von LRW Architektur und Stadtplanung.
Bonn/Hamburg, 29 April 2026. Grüne Wohnhöfe für neue Nachbarschaften – das ist das Ergebnis des städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerbs für die Entwicklung eines neuen Wohnquartiers in Osdorf. Das Bezirksamt Altona und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) konnten die Zukunftspläne für die Teilflächen im Randbereich der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne erfolgreich vorantreiben. Im Rahmen des laufenden Bebauungsplanverfahrens „Osdorf 50“ wurde nun ein überzeugender Entwurf ausgewählt, der die Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung des Wohnquartiers bildet.
Die fachkundige Jury – bestehend aus renommierten (Landschafts-)Architekt*innen, dem Hamburger Oberbaudirektor, Fachplaner*innen der Stadt Hamburg sowie Mitgliedern der Altonaer Bezirksversammlung – votierte mehrheitlich für den Entwurf der Hamburger Büros LRW Architektur und MERA Landschaftsarchitektur.
Der prämierte Entwurf sieht vor, auf dem Areal zwischen Rugenbarg und Blomkamp rund 400 bezahlbare Mietwohnungen für Bundesbedienstete sowie eine Kindertagesstätte zu errichten. Vier Bestandsgebäude werden erhalten und um einen Hof gruppiert, ergänzt durch drei neue Hofnachbarschaften, die sich in ihrer Dichte am Bestand orientieren. Die grün geprägten Höfe bilden die gemeinschaftliche Mitte für die neuen Nachbarschaften. Die bauliche Fassung konzentriert sich auf den Hofraum und schützt zugleich vor Lärm von der Straße Rugenbarg.
Eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung innerhalb der Höfe trägt zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Jeder Hof verfügt in Verbindung mit den Gründachflächen über ausreichend dimensionierte Entwässerungsmulden, um das Regenwasser vor Ort versickern zu lassen.
Harmonische Einbindung und Förderung nachhaltiger Mobilität
Der Entwurf integriert sich harmonisch in die bestehende Umgebung und bewahrt den parkartigen Charakter des Geländes mit seinem wertvollen Baumbestand. Eine zentrale Nord-Süd-Achse verbindet Rugenbarg und Blomkamp als grüne Wegeverbindung, fördert den Fuß- und Radverkehr und schafft Raum für nachbarschaftliche Begegnungen. Zwei Tiefgaragen an den Quartiersrändern bieten Kfz- und Fahrradstellplätze.
Dr. Sebastian Kloth, Bezirksamtsleiter Altona: „Mit dem erfolgreichen Abschluss des Wettbewerbs für das neue Wohnquartier auf der ehemaligen Kasernenfläche setzen wir einen wichtigen Meilenstein, um dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum in einem grünen, klimaresilienten Quartier zu schaffen. Ich freue mich, dass ein in seiner Maßstäblichkeit sehr gut in die Umgebung passender Entwurf gewählt wurde. Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass sich Altonaer Büros in einem hochqualifizierten Teilnehmerfeld durchsetzen konnten.“
Birgit Franke, BImA Hauptstellenleiterin Portfoliomanagement, Direktion Rostock: „Das Projekt ist ein wichtiger Beitrag, wie bezahlbares Bauen und Wohnen möglich gemacht werden kann. Die Gebäude sind als einfache, kompakte und zugleich flexible Baukörper konzipiert. Durch eine effiziente Erschließung wird eine wirtschaftliche Gebäudestruktur ermöglicht. Die grünen Wohnhöfe werden neuen Nachbarschaften für unsere Bundesbediensteten zugutekommen und gleichzeitig zur Entlastung des allgemeinen Wohnungsmarktes beitragen.“
Das Bezirksamt Altona und die BImA werden nun gemeinsam mit den Architekturbüros die Planungen weiter konkretisieren und die nächsten Schritte zur Umsetzung des Projekts vorbereiten. Die Wettbewerbsergebnisse werden vom 27. April bis 7. Mai im Bürgerhaus Bornheide (Bornheide 76) ausgestellt. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Am Dienstag, den 5. Mai 2026, stehen von 17 bis 19 Uhr Vertreterinnen und Vertreter der BImA und der Stadt Hamburg für Fragen zur Verfügung.
Das Wettbewerbsergebnis wird zudem am 6. Mai im Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Altona öffentlich vorgestellt.
Hintergrund
Die Entwicklung des neuen Wohnquartiers erfolgt auf Flächen, die im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) stehen und derzeit nur noch teilweise militärisch genutzt werden. Die Flächenentwicklung wurde im Rahmen einer Absichtserklärung zwischen der BImA und der FHH vereinbart. Der Abschluss eines neuen Erbbaurechtsvertrags bezogen auf die Wohnnutzung mit der BImA ist - nach einer Zustimmung der Kommission für Bodenordnung - für das 1. Halbjahr 2026 vorgesehen. Die Bürgerschaft hatte bereits vor einem Jahr der Verlängerung des Erbbaurechts bezogen auf den militärisch genutzten Teil der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne bis zum Jahr 2136 zugestimmt. Nach den Planungen der FHH und der BImA sollen die beiden Verträge (Wohnnutzung und militärische Nutzung) zeitgleich beurkundet werden.
Das Wohnungsbau-Projekt selbst ist Teil der Wohnraumoffensive der BImA, die hier ihre Flächen mobilisiert, um möglichst schnell bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Wohnungen werden im Rahmen der Wohnungsfürsorge des Bundes zu preisgedämpften Mieten vorrangig an Beschäftigte des Bundes vergeben – wie zum Beispiel an die Beschäftigten der Bundespolizei oder des Zolls. Besteht in dieser Zielgruppe kein Bedarf, kommen die Wohnungen zu den gleichen Konditionen auf den freien Markt. Weitere Informationen zur Wohnraumoffensive der BImA finden Sie unter: wohnraumoffensive.bundesimmobilien.de