Zum Ehrentag: Bundespräsident besucht den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen

Kurzbesuch von Frank-Walter Steinmeier im Bundesforstbetrieb Heuberg

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Mitte) mit Marco Reeck (links) und Georg Herrendorf an der Feldstetter Schranke auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Mitte) mit Marco Reeck (links) und Georg Herrendorf an der Feldstetter Schranke auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen (Foto: Bundespräsidialamt).

Bonn/Münsingen, 28. Mai 2026. Im Rahmen der Aktionswoche zum deutschlandweiten Mitmachtag zum Geburtstag des Grundgesetzes besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verschiedene Stationen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Dazu gehörte auch die Kernzone, die zu wesentlichen Teilen aus dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen besteht. Auf Initiative von vielen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern, dem Land und dem Bund ist das Areal zum ersten Großschutzgebiet Baden-Württembergs ernannt und seit 2009 von der UNESCO als Biosphärengebiet anerkannt worden. Der zuständige Bundesforstbetrieb Heuberg begrüßte den Bundespräsidenten mit einer Rundtour.

Gemeinsam anpacken und etwas bewegen: Darum geht es beim Ehrentag – zum Beispiel beim Naturschutz. So etwa auch auf der bundeseigenen Liegenschaft des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen. Sie bildete einst mit der Konversion 2005 die Initialfläche und den Grundstock des UNESCO-Schutzgebiets. In Zusammenarbeit mit der BImA, den zuständigen Landesdienststellen sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ist dieses Leuchtturmprojekt in Baden-Württemberg bis heute eine Erfolgsstory: Viele engagierte Menschen erreichen einen Ausgleich von Ökologie, Ökonomie und Soziales in der Region.  

Begrüßung an der Schranke

Das Biosphärengebiet ist mit rund 25.000 Schafen und 13 Berufsschäferbetrieben ein Zentrum der Hüteschäferei. Der gesamte Platz ist eines der größten NATURA-2000 und EU-Vogelschutzgebiete im Südwesten Deutschlands. Zahlreiche Trockenrasen, Wacholderheiden, Fachlandmähwiesen und deren Übergangsbereiche zum Wald können mit den zahlreichen Weidetieren naturschutzfachlich vorbildlich gepflegt werden. 

Mehr als 500 Hektar Bundeswald liegen in der Kernzone   

Eine weitere Besonderheit des Biosphärengebiets sind die großen Kernzonenwälder des Bundes, die vorwiegend als Buchenmischwälder der natürlichen Entwicklung überlassen werden und die Urwälder der Zukunft bilden. Auf anderen Waldflächen wird naturnaher Waldbau betrieben und Rohholz für die Region nachhaltig bereitgestellt.

„Da die Fachleute des Bundesforstbetriebs Heuberg dies seit vielen Jahren so naturverträglich und nachhaltig praktizieren, hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) den Bundesforstbetrieb Heuberg im Jahr 2011 als anerkannten NABU-Naturwaldbetrieb ausgezeichnet“, freut sich Marco Reeck.“

Diese Anerkennung unterstreicht die besonders gute Zusammenarbeit zwischen Bundesforst und dem ehrenamtlichen Naturschutz.

Ohne sie geht nichts – rund 25.000 Schafe weiden im Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Ohne sie geht nichts – rund 25.000 Schafe weiden im Biosphärengebiet Schwäbische Alb (Foto: BImA).

Naturkundliches Erleben und Erholung bei absoluter Ruhe                                                          

Auf rund 45 Kilometern öffentlichen Wegen können Interessierte diese einzigartige Landschaft mit besonderen Vogel-, Insekten- und Pflanzenarten erleben und absolute Ruhe genießen. Ausgebildete Freiwillige bieten als Truppenübungsplatz-Guides geführte Touren über das Touristenbüro der Stadt Münsingen an – auch auf einigen nicht öffentlich zugänglichen Wegen.

Aufgrund der für das gesamte Bundesgebiet einzigartigen Bestände von historischen- militärischen Einrichtungen wurde der Übungsplatz auch als ein flächenhaftes militärisches Kulturdenkmal ausgewiesen. Mit Unterstützung der Wüstenrot-Stiftung und dem Landesdenkmalamt werden einige historische Türme für die Nachwelt erhalten.

Exkursionspunkt Bundesliegenschaft                

Bei seiner Fahrt durch die Bundesliegenschaft konnte Bundespräsident Steinmeier anschließend die Einzigartigkeit dieser Landschaft und einige Berufs-Hüteschäfereien bei der Arbeit mit den Schafen erleben. Von der Schranke Böttinger Bahnhöfle im Süden des Platzes ging es dann auf kurzem Weg mit dem gesicherten Autokorso zum Biosphärenzentrum Schwäbische Alb nach Münsingen-Auingen, wo Steinmeier die Gelegenheit nutzte, auch Ehrenamtliche auf der Bundesliegenschaft zu würdigen. „Ich freue mich wirklich sehr, dass so viele in Deutschland die Idee des Ehrentags aufgegriffen haben“, so der Bundespräsident. „Auch hier auf der Schwäbischen Alb wäre die Pflege der Tier- und Pflanzenwelt nicht möglich ohne die vielen Freiwilligen und Ehrenamtlichen.“